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Oktober 25, 2011 / boundaryfunctions

Alternative Währungen: Der Bitcoin

Offizielles Logo der digitalen Währung BitcoinBitcoin sind eine digitale Peer-to-Peer-Währung und wurden zum ersten Mal 2009 von Satoshi Nakamoto (wohl nur ein Synonym) in seinem Paper Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System vorgestellt. Das Ziel ist es, eine digitale Währung zu schaffen, die einerseits vollständig virtuell ist, andererseits in ihren Eigenschaften dem Bargeld ähnelt, da sie

  1. anonym,
  2. dezentral organisiert,
  3. nicht mehrfach ausgebbar,
  4. fälschungssicher, sowie
  5. leicht über das Internet austauschbar ist.

Die kürzestmögliche Erklärung liefert wohl dieses Video der Bitcoin-Communityseite weusecoins.com:

Die Bitcoin-Infrastruktur

Jeder Teilnehmer braucht eine Kontonummer (im Bitcoin-Jargon “Wallet”), um am Austausch von Bitcoins teilzunehmen. Diese erhält man automatisch, wenn man sich einen Bitcoin-Client herunterlädt und installiert. Die “Kontonummer” ist in keiner Weise mit irgendwelchen persönlichen Daten verknüpft, also anonym, und jeder Nutzer kann eine unbegrenzte Anzahl an Wallets besitzen.

Jeder Nutzer hat also ein Bitcoin-Client-Programm installiert. Dieses verbindet sich nach dem Starten zu den Programmen anderer Nutzer (“Peers”) und empfängt von diesen zunächst die komplette Historie aller Transaktionen, die bisher in Bitcoins getätigt wurden: demnach kennt jeder Nutzer kennt Transaktionen. Im Gegensatz zu konventionellen Verwaltungsstrukturen besitzen also nicht wenige Teilnehmer (die Banken) die Infrastruktur zur Verwaltung des Währungsaustuasch, sondern alle stellen zusammen diese Struktur bereit und wissen über alle Transaktionen Bescheid. Die offizielle Software wird im Rahmen eines Open-Source-Prozesses erstellt, d.h. sie wird mitsamt ihrem Quellcode veröffentlicht, jeder kann sie auf Fehler überprüfen und Änderungsvorschläge einreichen. Die Infrastruktur des Bitcoins ist also vollkommen dezentral. Dementsprechend ist der Bitcoin unabhängig von jeder Regierung und Zentralbank.

Wie wird das nun praktisch umgesetzt? Angenommen Alice möchte Bob zehn BTC (Bitcoin) überweisen. Alice erfragt bei Bob eine Bitcoin-Adresse, über die er die Bitcoins empfangen will. Mit dieser Adresse kann Alice nun in Ihrem Bitcoin-Programm eine Transaktion erstellen, die Alice’ Adresse, Bobs Adresse und den Betrag enthält. Diese Transaktion wird nun bekannt gemacht, indem das Programm von Alice eine Nachricht mit den Daten an alle bekannten Peers versendet, die die Nachricht wiederum weiterleiten. Genau genommen wird sie so lange weitergeleitet, bis alle Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks von der Transaktion erfahren, also auch Bob.

Nun muss aber sichergestellt werden, dass Alice diese 10 BTC auch wirklich hat und ausgeben konnte, denn die verbreitete Transaktionsnachricht stellt zunächst nichts anderes dar, als einen Scheck, von dem Bob nicht weiß, ob er gedeckt ist, oder nicht. Nun hat aber jeder Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks die Geschichte jedes einzelnen Bitcoins, kann also nachvollziehen, ob Alice die 10 BTC auch wirlich ausgeben konnte. Praktisch läuft dies so ab, dass jeder Client die Möglichkeit hat, einen ganzen Block von Transaktionsnachrichten zu überprüfen und das Ergebnis dieser Überprüfung im Netzwerk zu verbreiten. Spätestens wenn Bob diese Überprüfungsnachricht erhält, weiß er, dass die 10 BTC jetzt wirklich ihm gehören. Bitcoins können also nicht doppelt ausgegeben werden, man kann ein Wallet im Gegensatz zu einem Konto auch nicht überziehen – in dieser Hinsicht entspricht es a

Wichtig für das Bitcoin-System ist, zu verstehen, dass sämtliche Funktionen im System über etablierte Verschlüsselungsalgorithmen geschützt werden. Es ist dementsprechend nach heutigem Wissenstand unmöglich, dass System zu manipulieren.

Wie werden Bitcoins generiert?

Vorhersage der Gesamtmenge an Bitcoins

Bitcoins: Vorhersage der Gesamtmenge

Bitcoins werden von den sogenannten “Minern” generiert. Ein Miner nimmt die Blöcke von Transaktionen entgegen, überprüft sie auf Korrektheit und löst ein rechenintensives, kryptographisches Problem, dass dem Blog anschließend wie ein Siegel hinzugefügt wird. Dafür bekommt er in seine Wallet einen von vorneherein feststehenden Betrag Bitcoins. Die nötige Rechenleistung, um das kryptographische Problem zu lösen wird dabei kontinuierlich erhöht und der zu verdienende Betrag niedriger. Somit werden immer langsamer neue Bitcoins produziert. Außerdem ist die Summe der Bitcoins von vorneherein auf 21 Million BTC begrenzt.

Jeder kann Miner werden, um damit allerdings Geld zu verdienen braucht man einen sehr leistungsfähigen Rechner, der (i.d.R. mit vielen leistungsfähigen Grafikkarten) extra für die benötigten kryptografischen Berechnungen ausgestattet wurde. Man könnte sagen, dass die einzige Möglichkeit um Bitcoins zu erzeugen darin liegt, dass man eigene Technik für die Bitcoin-Infrastruktur zur Verfügung stellt (womit man nebenbei auch Vertrauen in den Bitcoin zeigt).

Problematisch hierbei ist, dass die “Early Adopters” der Bitcoins es am Anfang sehr leicht hatten, mit wenig Aufwand vielen Bitcoins zu generieren. Da der Verdienst pro gelöstem Block immer niedriger wird während jeder einzelne Block aufwändiger zu lösen ist als der vorherige, geht man davon aus, dass der Verdienst nicht mehr lange reicht, um die Hardware- und Stromkosten zu armotisieren, die man investieren würde, wenn man heute mit dem “Abbau” anfängt. Böse Zungen sprechen deshalb von Bitcoin als einem Schneeballsystem.

Viele offene Fragen

Das Bitcoin-System ist komplex und hinterlässt viele offene Fragen. Sind Bitcoins nur eine Risikokapitalanlage? Kann man innerhalb von Bitcoins eine gerechte Geldverteilungsstruktur aufbauen? Sind sie vielleicht wirtschaftssystem-agnostisch, d.h. unabhängig vom Wirtschaftssystem, in dem sie existieren? Haben Sie überhaupt irgendeinen Vorteil (ausser dem praktischen Vorteil im Internet nicht per PayPal oder Kreditkarte bezahlen zu müssen)? Was passiert mit dem Bitcoin, wenn der Euro/Dollar/Yen zusammenbricht?

Für den Moment müssen diese Fragen ungeklärt bleiben. Um wissen zu können, ob Bitcoins für eine alternative Art des Wirtschaftens eine Rolle spielen können, müssen wir sie aber beantworten können.

Weiterführende Links

Das Bitcoin-System ist so komplex, dass es hier vorerst nicht erschöpfend behandelt werden kann. Der Artikel wird mit der Zeit noch erweitert, bis dahin muss es aber die folgende Liste mit interessanten Links zum Thema Bitcoin tun:

WDR Aktuelle Stunde über Bitcoin

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